Greising hält ihre Protagonistin in ihrem Porträt, das dank seiner minutiösen plastischen Schilderung hervorragend als Filmvorlage taugen würde, lange vornehm im Hintergrund. Aus der Perspektive Näfs kritisiert Greising das Verhalten der Schweizer Behörden. Die verbeamtete-nüchterne Sichtweise auf eine humanitäre Katastrophe, die wenig mit humanitärer Gesinnung zu tun hat, ist heute so aktuell wie lange nicht. Schon deshalb lohnte es sich, dieses Buch in die Hand zu nehmen.

Julia Stephan, Neue Luzerner Zeitung vom 25. Mai 2016

In einer lebensprallen Sprache schildert die Autorin den Wagemut und die Unerschrockenheit der bis anhin eher unbekannten Glarnerin Rose Näf, die für ihren Verdienst die in Israel verliehene Auszeichnung erhielt.

Franziska Greising beschreibt in ihrem dokumentarischen Roman nicht nur die Heldentat von Rösli Näf, sondern auch die schwierige politische Lage allgemein. Sie schildert den Alltag der jüdischen Kinder im Schloss, den allgegenwärtigen Hunger, die Hoffnungen auf Flucht, aber auch die zarten Bande, die die älteren Jugendlichen untereinander knüpfen. Ein grossartiges Stück Literatur, beklemmend und eindringlich geschrieben.

Wolfgang Bortlik, 20 minuten vom 31. Mai 2016

In einer lebensprallen Sprache schildert die Autorin den Wagemut und die Unerschrockenheit der bis anhin eher unbekannten Glarnerin Rose Näf.

bb in Das Kulturmagazin Zentralschweiz, Juni 2016

Ein informatives, sorgfältiges Porträt einer aussergewöhnlichen Frau.

Brigitte/Ausgabe Schweiz vom 3.8.2016

Der Erzählton ist ruhig und sachlich, jedoch mit grosser Empathie und vielen erschütternden Details. Dies schafft beim Lesen klare Bilder, die sich nachhaltig einprägen. Betroffen liest man über das Ungeheuerliche, das den verfolgten Kindern während des Kriegs angetan wurde. Keinesfalls eine lockere Lektüre; eine aber, die aufrüttelt und mahnt, sich in der heutigen Zeit mit den allgegenwärtigen Problemen der immensen Flüchtlingsströme zu befassen und einer daraus gegebenenfalls resultierenden restriktiven Flüchtlingspolitik entgegenzuwirken.

Giovanna Riolo in Freiburger Nachrichten vom 9.8.2016

Es ist eine packende Erzählung über die Glarnerin Rose "Rösli" Näf, die im zweiten Weltkrieg in Südfrankreich ein Heim für jüdische Kriegskinder leitete. Ein sehr lebendig geschriebenes Buch, das auch ein Stück Schweizer Geschichte spannend wiedergibt.

ckm in der Südostschweiz vom 29. 8.2016

Deinen Roman „Am Leben“ habe ich in einem Zug gelesen - eine bewegende Geschichte. Auf dem Hintergrund der aktuellen Flüchtlingsströme aktuell und darüber hinaus beschämend, wie die offizielle Schweiz und das SRK vor 70 Jahren mit Judenkindern umgegangen sind. Das Buch hat einen mitreissenden erzählerischen Fluss. Mir gefällt Deine direkte und treffende Sprache. Die Dialoge wirken sehr lebendig, die Szenerie ist in knappen Worten anschaulich gezeichnet. Meine Gratulation zu diesem in Form und Inhalt ausgezeichneten Roman. Es gelingt Dir, den Bogen über die 500 Seiten zu spannen und Nähe zu den Hauptfiguren zu schaffen.

Dr. Arthur Godel, Binningen, 26.10.2016

Eine überaus lebendig geschriebene Geschichte dieser Frau, ihrer hundert Schützlinge und Helfer, der kleinen Gendarmen wie der Entscheidungsträger. Rose Näf setzt sich mit den Nöten der Kinder auseinander, die von ihren Eltern oft keine Nachricht mehr erhalten, sie muss den Haushalt und die Nahrungsmittel organisieren, gegen den Mangel an Wasser, Heizung und Elektrizität kämpfen. Zudem spitzt sich die politische Lage im Sommer 1942 zu: Das Vichy-Régime startet auf Verlangen Nazideutschlands die Deportationen von zehntausend staatenlosen Juden, sodass auch die über sechzehnjährigen Jugendlichen von La Hille bedroht sind. Die Zeit, die man lesend für dieses umfangreiche, aber stets mitreissende Buch einsetzt, bringt einen hohen Gewinn an Erkenntnis.

Beatrice Eichmann-Leutenegger, Der Bund vom 9.Mai 2016

Franziska Greising erzählt die Geschichte einer loyalen SRK-Mitarbeiterin, die sich im Laufe der Ereignisse gezwungen sieht, mit den Vorschriften zu brechen, um ihre Schützlinge zu retten. Der Roman erzählt von der Unerschrockenheit der noch viel zu wenig bekannten Glarnerin, die später die Auszeichnung «Gerechte unter den Völkern» verliehen bekam.

Bruno Bachmann, 041 Das Kulturmagazin vom 1.Mai 2016

Ein grossartiges Stück Literatur, beklemmend und eindringlich geschrieben.

Wolfgang Bortlik in 20minuten vom 31.5.2016

Ein beeindruckend recherchierter biografischer Roman und besonders in der heutigen Zeit ein Plädoyer für Mut und Menschlichkeit.

Margrit Lustenberger im Anzeiger Luzern, vom 20.6.2016

Franziska Greising schildert Näf nuancenreich als spröde, unerschrockene Frau, die Kritik an der ängstlich opportunistischen Schweiz übt.

Hansruedi Kugler, St. Galler Tagblatt vom 14.7.2016

Roman- und Zeitgeschehen sind in diesem Buch äusserst geschickt verflochten. Das Schicksal einzelner Figuren wird uns auf dem Hintergrund der dramatischen politischen Ereignisse erzählt.

Immer wieder führen Verbindungen in die Schweizer Politik jener Jahre, zur Fremdenpolizei wie auch zu den Aktivitäten des Schweizerischen Roten Kreuzes.

Martina Kuoni, Literaturspur, am 2.8.2016

Erzählt wird nicht im subjektiven Ich-Modus, sondern aus personaler Perspektive, die immer wieder von Neuem die Fokussierung wechselt. So stehen – ähnlich einem Kameraschwenk – wechselnde Figuren, mal ein jugendlicher Bewohner, mal Rose, mal der zuständige Leutnant im Zentrum der erzählten Episoden. Ein gewisser Grad an Unmittelbarkeit wird durch den fast durchgängigen Präsens-Tempus erzeugt. Hin und wieder schaltet sich ein allwissender Erzähler ein, der vor allem für den Leser die Ereignisse in La Hille in den bistorischen Kontext setzt.

Gerritter Horst und Tabitha in Zeilensprünge, Blog für Literarisches, 15. Aug. 2016

Die Autorin {…} hat mit grosser Einfühlung die Realität von Menschen in besetzten Gebieten, die keinen Status haben, geschildert. Das Buch setzt Zeichen über Macht und Elend, über Liebe und Krafts in unsicheren Zeiten.

Elisabeth Berdill, Buchland, im September 2016

Beispieltext