Es ist eine Art lyrisches Tagebuch, was in diesen Gedichten seinen Niederschlag gefunden hat. Im strengen Rhythmus der Sprache, im genauen Wort, in den Bildern, die mit knappem Strich und ohne viel Ausschmückung in die Vorstellung geholt sind, finden sich Alltagseindrücke wieder, Nachrichten aus dem Zeitgeschehen, Mitteilungen aus dem Leben des Ichs, das sich Rechenschaft über sich und seine Welt gibt. (…) Es mag an der unsentimentalen und doch nicht unbeteiligten, an der geschärften und doch nicht kalten Wahrnehmung liegen, dass diese Gedichte, so Persönliches sie aussprechen so schutzlos offen sie manchmal sind, kein schales Gefühl hinterlassen, keinen Eindruck von voyeruistischem Einblick.
Urs Bugmann, NLZ, 2.12.97